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Geschichte und Ziele
des Fördervereins Fortuna

Der Anfang: Kampf für ein Besucherbergwerk Fortuna
Mit der Schließung der Grube Fortuna bei Solms-Oberbiel am 4. März 1983 endete der hessische Eisenerzbergbau und begann im weitesten Sinne auch die Geschichte des "Feld- und Grubenbahnmuseums Fortuna" (FGF). Hauptzweck des im Mai 1983 gegründeten "Förderverein(s) Besucherbergwerk Fortuna e.V." war damals die Umwandlung der Grube Fortuna in ein Besucherbergwerk. Immerhin handelte es sich um das letzte klassische Eisenerzbergwerk Deutschlands.
Nach intensiven Bemühungen gelang es dem Verein, eine Trägerschaft für das Besucherbergwerk unter Führung des Lahn-Dill-Kreises zu organisieren. Die aufwändigen Ausbauarbeiten - zwischenzeitlich war die Grube "abgesoffen" - übernahm hauptsächlich das Land Hessen. An Pfingsten 1987 wurde das Besucherbergwerk eröffnet.
Von Anfang an war die Mobilisierung der Öffentlichkeit von großer Bedeutung. Das gelang durch Informationsveranstaltungen, Presseartikel und Gespräche mit ehemaligen Bergleuten. Damals entstand auch der Grundstock für das Vereinsarchiv, das heute ca. 2.500 Bilddokumente sowie schriftliche Unterlagen umfasst. Als erste von mehreren Publikationen des Vereins erschien 1984 die umfangreiche Dokumentation "Eisenerzbergbau in Hessen" (2 Auflagen, 8.000 Exemplare). Es ist sicher kein Zufall, dass sich in diesem Buch mehr als 60 Abbildungen von ehemaligen Gruben- und Kleinbahnen mit ausführlichen Erläuterungen der Bahnen selbst finden. Bereits damals war das Interesse vieler Vereinsmitglieder an diesen schmalspurigen Bahnen geweckt.
Ein spezifisches Problem der frühen Phase des Besucherbergwerks war, dass bei großem Besucherandrang lange Wartezeiten bis zur Einfahrt entstanden, die kaum sinnvoll ausgefüllt werden konnten. Um dem zu begegnen und die Attraktivität der Anlage insgesamt zu steigern, entwickelte der Verein Ideen für ergänzende Angebote: einen Spielplatz, einen bergbaukundlichen Lehrpfad und ein zweites Museum, eben das FGF.
4 Fotogalerien: Vereinsgeschichte
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Die Belegschaft des Bergwerks nach der letzten Schicht (1983)



Ankunft Dampflok Nr. 4 auf der Grube Fortuna (1986)

Das FGF: Auf der Grube Fortuna entsteht ein zweites Museum

Erster Gleisbau im Kerngelände (1988)



Kerngelände - vom Dach der neu errichteten Museumshalle I (1990)



Trassenbau für den ersten Gleisabschnitt (1992)
Der Standort des neuen Museums auf der Grube Fortuna legte es nahe, die Spurweite von 600mm zu wählen und den untertägigen Förderbahnen - den Grubenbahnen - besondere Beachtung zu schenken. Ebenfalls eine wichtige Rolle in unserer Museumskonzeption sollte die Erinnerung an die früheren Kleinbahnen des Lahngebietes wie z.B. die Braunfelser Ernstbahn oder die Biebertalbahn spielen. Eigentlich für den Transport von Eisenerz und anderen Rohstoffen zur Staatsbahn gebaut, führten sie über viele Jahrzehnte auch einen öffentlichen Personenverkehr durch.
Vorrang hatte bei Beginn der Bahnaktivitäten der Aufbau einer Fahrzeugsammlung. 1986 konnten die ersten Lokomotiven erworben werden, darunter eine Krauss-Dampflok ex Hüttenwerk Donawitz/Steiermark, unsere heutige Lok 4. Parallel zum Sammeln weiterer Loks und Wagen wurde Ende 1987 ein zweiständiger hölzerner Unterstand errichtet, der aber bald zu klein war und keine Restaurierungsarbeiten erlaubte.
Bereits ein Jahr später überließ uns die Firma Buderus eine 500 qm große Stahlbauhalle, die zum stillgelegten Betonröhrenwerk im 6 km entfernten Burgsolms gehörte. Die Halle wurde entkernt, zerlegt und mit Hilfe einer Stahlbaufirma auf dem Zechengelände Fortuna wieder aufgestellt. In vierjähriger Arbeit - geleistet von Vereinsaktiven - entstand daraus unsere Halle 1 mit vier Gleisen, Aufarbeitungsbereich, Werkstatt und Materiallager.
Zeitgleich wurde vor der Halle - dem so genannten Kerngelände - der Gleisbau vorangetrieben, so dass die damalige Fahrzeugsammlung erstmals auf Gleisen stehen und in bescheidenem Umfang rangiert werden konnte.
1991 wurden das Genehmigungsverfahren und vorbereitende Arbeiten für die Aufnahme eines Personenfahrbetriebes in Angriff genommen. Dazu gehörten die Beschaffung von Gleismaterial inklusive Weichen, aufwändige Trassierungsarbeiten und der Erwerb bzw. die betriebsfähige Aufarbeitung geeigneter Fahrzeuge.
4 Fotogalerien: Feld- und Grubenbahnen im Lahn-Dill-Gebiet

1993: Das FGF wird feierlich eröffnet
Am 26. September 1993 konnte das FGF unter Teilnahme von ca. 5.000 Gästen feierlich eröffnet werden. Gemäß unserer Konzeption verkehrten ein Kleinbahnzug mit der damals einzigen betriebsfähigen Dampflok vom Typ Henschel "Preller" (Lok 1) und ein Grubenzug mit Wagen und Lokomotiven aus dem deutschen Steinkohlenbergbau auf einem Teilstück der geplanten Strecke. In einer nächsten Etappe konnten zur Saisoneröffnung 1995 die komplette Fahrstrecke (noch kein Rundkurs) sowie der zweite Kleinbahnwagen von der ehemaligen Jarotschiner Kreisbahn (Polen) in Betrieb genommen werden. Jährlich wurden seitdem rund 8 Fahrtage durchgeführt. Außerdem wurden weitere Fahrzeuge beschafft und aufgearbeitet. Da der vorhandene Unterstellplatz aber schon wieder knapp geworden war und eine für Besucher passende Präsentation nicht zuließ, entschlossen wir uns zum Bau einer zweiten Halle. Diese wurde zum Tal hin seitlich an Halle 1 angebaut und verfügt über 8 Gleise. Dabei sind die Gleise 7 bis 10 über eine Drehscheibe der ehemaligen Bromberger Kreisbahn (Polen) angeschlossen.
Von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung des FGF war das 1997 gestartete Modell "Arbeit für Sozialhilfe", nach dem durchschnittlich acht russlanddeutsche Spätaussiedler, die noch keine Arbeitsstelle hatten, auf Anordnung durch den Lahn-Dill-Kreis in unserem Museum unter Anleitung beschäftigt wurden. Bereits beim Bau der Halle 2, aber noch mehr im Rahmen des nächsten Großprojektes - der Erweiterung unserer Fahrstrecke zu einem Rundkurs - ermöglichten diese Helfer eine zügige Umsetzung arbeitsintensiver Projekte. Die Vereinsaktiven konnten sich dank dieser Regelung seitdem auf ihr Kerngeschäft, die organisatorischen Angelegenheiten, den Museums- und Fahrbetrieb sowie die Fahrzeugaufarbeitung konzentrieren.
Auf diese Weise war es auch möglich, bis zur Eröffnung des Rundkurses im April 2004 weitere Fahrzeuge, darunter eine zweite Dampflok - die von 785mm auf 600mm umgespurte Krauss-Lok (Lok 4) -, eine Diesellok vom Typ HF 130C sowie weitere aus Polen beschaffte Kleinbahnwagen betriebsfähig aufzuarbeiten.
Im Herbst 2005 war das FGF Gastgeber für das 15. Internationale Feldbahntreffen, an dem rund 180 Gäste aus acht europäischen Ländern teilnahmen.
Der Zeitraum seit 2007 war geprägt von dem Bemühen, das FGF noch attraktiver zu machen und damit Besucherzahlen und Einnahmen zu erhöhen. Durch den Ausbau des Zwischenfahrbetriebes, tägliche Öffnung des Museums während der Saison und die Restaurierung von zwei weiteren Dampflokomotiven (Loks 3 und 5, O&K sowie Henschel-Brigadelok) sind wir auf gutem Weg dorthin. 2008 konnte das FGF mit 11.337 Besuchern einen neuen Rekord verzeichnen.
4 Das Museum (Beschreibung des derzeitigen Zustands)
4 Gleisbau (aktueller Gleisbau im FGF)

Eröffnung des Museumsbetriebes (1993)



Sammlung von Raritäten - hier Druckluftlok und Brigadelok (1993/2000)



Gleisbau für die neue Waldstrecke (2002)



Dampflokrestaurierung O&K-Lok Nr. 3 (2008)